Gefahr

Wenn ich mir die politische Situation in Polen und Ungarn ansehe, habe ich erhebliche Sorge um unsere Demokratie. Angesichts einer starken AfD und der grassierenden Fremdenfeindlichkeit in unserem Land, kommt es mir vor, als blickte ich in jenen Stuhl, den Heinrich Heine einst beschrieb.

Heimat

Weil wir ganz bei unseren gemeinschaftlichen Gefühlen sind und ich spüre, von hier will ich nie wieder fort, uns die Sterblichkeit klarer scheint, weiß ich endlich, was meine Heimat ist.

Wir sind die Zeit

Je ärmer wir sind, desto mehr Zeit haben wir. Je reicher, desto größer die Zeitnot. Die fortschreitende Aufteilung der Zeit in kleinere Einheiten bis hin zu Attosekunde, verlängert sie nicht und verkleinert nicht die Not.

Das Lichtregime

Um 5 Uhr gehen die Laternen an. Dann weiß ich, in einer Viertelstunde kommt der Bus. Ich bin zu früh an der Haltestelle – Zeitmanagement ist nicht so mein Ding. Entweder stehe ich zu früh auf oder zu spät. Oder ich fahre zu früh oder zu spät los. Angekommen bin ich in meinem Kopf schon längst, vergesse dabei oft die Zeit, die ich für den Weg brauche. Ich stehe um 04:15 Uhr auf, brauche aber nur 5 Minuten mit dem Rad zur Bushaltestelle. Ich könnte länger schlafen, aber der Gedanke macht mich nervös. Was, wenn ich dann zu spät komme? Auf dem Land fährt der Bus nur stündlich. Ich käme zu spät zur Arbeit.

Ein Bus steht dort schon. Der Fahrer säubert ihn jeden Morgen gewissenhaft. Mit dem fahre ich aber nicht. Der stets schon laufende Motor  durchschneidet die Stille, die ich sonst bestimmt genießen würde. Auch wenn das Geräusch nicht allzu laut ist, es erhöht den Stress. Das tut Lärm immer und auch das Licht der Laternen verschmutzt nicht nur den Himmel, sondern auch mich. Lichtkleckerei!

„Lichtregime“, nannte das einst ein Bürgermeister aus Bad Freienwalde, den ich als Lokalreporter zu den Laternen der Stadt befragte. Eine Bürgerin hatte sich beschwert, dass in ihrer Straße nur jede zweite leuchtet. Wenn sie mit ihrem Hund spazieren ginge, hätte sie sich mehrfach beinahe den Knöchel verstaucht. „Wir lassen uns nicht unser Lichtregime vorschrieben“, sagte der Bürgermeister sinngemäß. Ich war tief beeindruckt von diesem Wort: Lichtregime. Eine Stadt ist so etwas wie eine Lichtdiktatur.

Mein Bus kommt.

Müfft

Es riecht muffig. Überall in Deutschland. Mancherorts stinkt’s zum Himmel. Wer alles was sagt, was man doch mal sagen dürfen darf. Sie haben es doch sowieso immer schon gesagt, aber nicht so gemeint, aber gedacht und still hinter den Gardinen applaudiert, wenn der braune Mob loszog und Asylbewerberheime in Brand setzte. Vor 20 Jahren steckten sie bewohnte Heime an, jetzt brennen sie bevor überhaupt jemand einzieht. Unwillkommensunkultur! Man wird es doch mal sagen dürfen… Dürft Ihr, aber nur weil Ihr nicht die Mehrheit seid – Ihr,  die Ihr eine braune Partei wählen würdet, damit die mal aufräumt und so. Damit mal nicht mehr meinen muss und überhaupt, wenn die ja immer unsere Frauen missbrauchen. Nur weil derzeit niemand mehr über „Deutsche“ redet, die Frauen missbrauchen oder vergewaltigen, ungefragt anfassen, anpöbeln, anbaggern, mit blöden Sprüchen beleidigen, bedeutet dies nicht, dass der tägliche Sexismus nur noch von „nordafrikanischen Männern“ praktiziert wird. DAS werde ich doch noch mal sagen dürfen? Besteht da ein großer Unterschied, ob nun ein Deutscher im Gebüsch auf einer Frau liegt und sie vergewaltigt oder im Ehebett, Ihr Gewalt antut, so dass sie sich nicht mehr rühren kann, oder ob irgendwelche Horden in Köln eine Frau oder mehrere sexuell missbrauchen?

„Das ist halt ein anderer Kulturkreis“, höre ich und mache ein verdutztes Gesicht. Deutsche Männer missbrauchen anders – allein oder mal zu dritt oder zu sechst, aber nicht zu hunderten. Am Ende bleibt: Männer missbrauchen Frauen!