Annahme

Ich nehme Dich an, nehme ich an, verweigere nicht die Annahme, hab Dich nicht bestellt, wurdest geliefert, aber ich hatte die Wahl, nehme ich an. Oder doch nicht? Dein Charme, Dein Geist, Dein Herz, Dein Mut und Deine Ehrlichkeit – ich nehme Dich an, ich musste, hatte keine andere Wahl, Du bist die richtige Annahme – die beste.

Mobbing

Mein Chef mobbt mich, macht mich fertig, sagt mir, ich sei dumm und chaotisch. Letzteres stimmt: ich bin ein Chaot, denn ich habe ADHS. Das ist eine Störung des Dopaminstoffwechsels im Gehirn. Es bedeutet, Grenzen zu haben. Aber ich bin auch ein kreativer Mensch, was mir bei investigativen Recherchen hilft. Da bin ich sehr gut. Doch Ordnung fällt mir schwer. Bin weder dumm  noch faul. Ich brauche einen maßvollen Druck, aber niemanden, der mich beleidigt. Bin jetzt krankgeschrieben und auf der Suche nach einem neuen Job. Hätte ich die Liebe meines Lebens nicht – wärest Du nicht, Herz – würde ich das nicht durchstehen.

Kuchenteig

Manchmal und schon immer wieder wundere ich mich, dass ich noch lebe. Dann stelle ich mir vor, ich würde enden. Es gibt keine Erinnerung an die Zeit vor meiner Geburt. So muss der Augenblick des Todes sein. Es gibt keine Furcht vor der pränatalen Nichtexistenz, deshalb habe ich keine Furcht vor dem Tod. Zeit, Raum, Bewegung hören auf zu existieren. Doch wohin geht meine Information? Was passiert mit ihr? Keine Information geht verloren. Selbst bei einem schwarzen Loch gelangt die Information der einverleibten Materie in den Ereignishorizont. Vielleicht sollte ich mich leer schreiben, meine Information in Lettern gießen ähnlich einem ausgerollten Kuchenteig.