Big Rip

Meine Welt zerreißt, löst sich auf. Ich sehe Teile von ihr nicht mehr. Sowohl auf dem rechten als auch auf dem linken Auge klafft jeweils ein Loch. Dinge verschwinden ins oder kommen aus dem Nichts. Ein Federball wird mir unheimlich.

Aber…

Charlie Brown: „Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy!“ – Snoopy: „Ja, aber an allen anderen Tagen, nicht.“ 

(Charles M. Schulz/ Peanuts)

Eulenspiegel

Gestern Abend schlief ich schnell ein, dabei habe ich seit mindestens einem halben Jahr damit Probleme. Das könnte natürlich an zu viel Cola Zero liegen, allerdings habe ich immer wieder phasenweise Schlafprobleme. Ich kam mit vier Stunden aus oder glaubte damit auszukommen – jahrelang. Ich dachte, ich sei eine Eule, ein Nachtmensch. Doch die Folgen konnte ich irgendwann nicht mehr kompensieren. Erst mit einer täglichen Dosis von 1,5 mg Melatonin schien ich es vor vier Jahren in den Griff bekommen zu haben. Nun ist das Schlafproblem wieder da. Manchmal liege ich die ganze Nacht über wach im Bett.

Im Nest

Ich bin jetzt im Kuckuckstagesnest. Anfangs kam ich mir verloren vor, doch Mitpatienten und Pfleger klöppeln sofort ein Auffangnetz. Man kann sich hier kaum vor etwas drücken. Ab morgen habe ich jeden Tag Sport. Da trete ich doch gleich einmal die Flucht nach vorne an und melde mich beim Spinning an. Achtsamkeitsübungen – das Wort klingt wie ein Gericht beim Chinesen: Acht Kostbarkeiten. Borderliner mögen scharfes Essen. Eine hat im Notfallset ein Japaleño-Pulver.

Schwerfall

Schwermut heißt nicht frei von Mut. Bin schwerfällig und fallgängig. Ich unternehme jetzt etwas. Am passendsten Tag gönne ich mir einen Dienst, für mindestens zwei Wochen, durchschnittlich aber sechs und nur tagsüber. Ich kreuze das Nest, höre den Kuckuck rufen.