Deutsche Leichtkultur

Was reitet und leitet uns kulturell?

Ein System von Regeln und Gewohnheiten dienlich dem Zusammenleben. Da gibt es so einiges, das zum Abgewöhnen ist. Gottseidank gibt es die Sturm- und Drang Fraktion – generationsweise, nur nicht in der aktuellen. 

Stürmer und Drängler pflegen Leitkulturelles in den Müllcontainer zu werfen – Recycling nicht ausgeschlossen.  Es dreht sich der Zeiger der Kultuhr und schafft den Wandel. Niemand freut sich noch, wenn der Kaiser seinen Untertan anblitzt, angesichts der untergegangenen Hurrapatriotenbürgerpflicht und eines fehlenden Kaisers. Der letzte ging im Sommermärchen im Schlamm verlustig. Doch das nächste Loch tut sich schon auf, wenn das Schandmaul von Schandmalen spricht.

Brecht ihnen die gestreckten rechten Arme! Dieser Unkultur will niemand mehr folgen – abgesehen vom Wutbürger, der vom Nichts erzürnt im reichsten Land kehlig schreit: „Jetzt reicht’s!“ Nur was? Das weiß er nicht. Und die braunen Anzüge stechschreiten voran.

Das Kulturvolk klatscht hinter den Gardinen in die Hände oder mitunter sich selbst an die Stirn. 

Patriotismus ist wie eine Zwangsehe, denn sein Vaterland und den erzwungenen Ehepartner kann man sich nicht aussuchen. Den Gatten muss man nicht mögen, nur weil er’s ist. Dem Hugenotten dünkt es deutschleitend, dies Land zu lieben. Was und wehe, wenn man den Zwang nicht will. 

Manchmal ist das, was als religiöser Kitt verschrien, gleich haftend wie Knetgummi. Manche Fenster halten nicht.

Ihm ist es Offenheit, wenn wir uns unverschleiert die Hand zur Begrüßung geben! Das sei wahre Kultur. Ich hab sie satt – die Leid-Leitkultur. Guten Tag und Auf Wiedersehen! 

2 Gedanken zu “Deutsche Leichtkultur

    1. Dichtes Dichten und Denken wiegt schwerer? Die Zeit zwischen 1933 und 1945 war ein kulturelles Vakuum, eine Unkultur und zeugte von unbeschreiblicher Unmenschlichkeit. Daran mögen wir schwer zu tragen haben – eine Fessel, die wir niemals abstreifen können – dachte ich. Doch die letzten Zeitzeugen sind bald verstorben. Bloß eine postfaktische Periode reicht und schon ist die Vergangenheit radiert.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s